Rund um das Thema Literatur allgemein und Erotik im Besonderen - Florella Sander
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Samstag, 8. Dezember 2012
Amazons KDP Tombola - jedes Los gewinnt
Lohnt sich KDP - Select oder nicht. Eine zufriedenstellende Antwort habe ich bisher noch nicht gefunden.
Mein neuestes Buch 'Triambolage' habe ich bei Amazons Verschleuderungsaktion angemeldet und es einige Tage später schon bereut. Ich konnte den Vorgang aber nicht mehr stornieren.
Mein Bauchgefühl blieb schlecht. Das Paradoxe an Kdp Select ist, dass es tatsächlich die Verkäufe antreibt. Dagegen stehen allerdings jedes Mal um die 5oo -700 Downloads, die natürlich schmerzen. Das könnten immerhin auch Verkäufe sein. Ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob es auf Dauer dem Autorenimage schaden, dort ständig vertreten zu sein. Es gibt nunmal in den Charts von 10 Büchern mindestens 6, die einfach grottenschlecht sind. Da fotografieren sich anscheinend Autoren selbst auf dem Bett und stellen dann auch noch mit dem gleichen missglückten Cover eine komplette Serie bei KDP ein. Andere (Amerikaner? Russen? ) verschleudern dort ihre von automatischen Programmen übersetzten Werke.
Was auf jeden Fall beim Leser bleibt, ist der entstandene Eindruck - hier wird einer seine Bücher nicht los. Aber for nothing kann man sich die ruhig auf den Kindle laden. Hat ja kein Verfallsdatum und schimmelt auch nicht.
Die wirklichen Lotteriegewinne wären da ein paar gute Rezensionen mehr. Aber damit geizen die Leser. Sie bekommen etwas umsonst, aber sie sind nicht bereit, etwas dafür zu geben. Ein Ungleichgewicht, dass mich zuweilen wütend macht. Denn es hat für mich mit Geringschätzung und mit Ignoranz zu tun.
Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass unbekannte Autoren unbedingt erst einmal diesen Weg wählen sollten, weil sie sonst in Amazons eBook Universum verschwinden.
Eine unbekannte Autorin bin ich nicht mehr, und mein neues Buch unterscheidet sich im Schreibstil etc. nicht von meinen anderen Büchern, aber es ist trotzdem ein Ladenhüter. Trotz aller Werbung, trotz der positiven Rezension.
Ich glaube den Grund dafür zu kennen: eine 'gierige' Leserschaft wartet auf den kostenlosen Download, und die Leute haben Zeit zu warten. Sie warten schon geduldig, seit Erscheinen des Buches Wochen. Und genauso lange blieb ich konsequent und bot keinen einzigen Downloadtag an.
Das bringt natürlich auch nichts. So entschloss ich mich doch, das Buch heute einmal gratis anzubieten.
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Dienstag, 19. Juni 2012
Aus meinem Autorenleben - Jubiläum
Im August 'feiere' ich ein
kleines Jubiläum, denn vor einem Jahr habe ich das erste erotische eBook
veröffentlicht.
Erkenntnisse daraus werde ich in Häppchen in der Art eines Selbstinterviews weitergeben.
Was waren die größten Schwierigkeiten
am Anfang?
Anfangs war es das Genre Erotik. Für viele ist das
Schmuddelliteratur, Schweinkram, und dementsprechend empfand ich zu Beginn die Werbung
dafür sehr schwierig. Inzwischen nicht mehr, aber dennoch würde ich beispielsweise auch heute immer noch keinen
Tweet mit (s)explizitem Inhalt oder Begriffen wie ficken, Muschi, blasen usw. twittern, um Leser auf meine Bücher aufmerksam zu
machen.
Zum
Glück verkauft sich Erotik oftmals als Selbstläufer, wenn bestimmte
Dinge beachtet werden. Für mich ist das in erster Linie ein
ansprechendes Cover, weil der Leser damit einen ersten Eindruck gewinnt.
Selbst aufgenommene Nacktfotos von Bekannten/Freunden o.a. auf dem Teppich und mit schlechter Beleuchtung
sind absolut tabu. Ebenso verschwommene Bilder. Der Titel kann ruhig
herausfordernd, erregend und erotisch klingen, aber meiner Meinung nach
haben Begriffe wie ficken oder Sperma auch hier nichts zu suchen.
Neue
Autoren sind auch erst einmal gut in einer Autorengruppe aufgehoben.
Dadurch werden sie bekannter, bekommen hilfreiche Tipps und enden nicht
im Haifischbecken bestimmter Foren, wo sie als Beute betrachtet werden.
Oft sind es Indies, die Indieliteratur lesen und auch die 'begehrten' ersten Feedbacks geben.
Danach
kommt man weiter ohne Gruppe. Die Atmosphäre in manchen ist oftmals
aggressiv und wenig einfühlsam, und ursprünglich gute Threads verlieren
sich endlosen Kommentaren, Kommentieren von Kommentaren, in Gelaber, bei dem es darum geht, wer
schneller die Tastatur bedienen kann. Energie dort zu verpulvern, ist
Blödsinn. Die sollte jeder Autor lieber zum Schreiben nutzen.
Es bringt mehr, sich locker zu verbandeln, und das ist bei Twitter eher möglich.
Dort ist ein phantastisches
Indieautorennetz entstanden, dem inzwischen auch viele andere kreative Menschen
oder Nichtautoren angehören. Die Erfahrung, als Erotikautorin angenommen,
respektiert, retweetet und erwähnt zu werden, sehe ich als einen kostbaren Erfolg. Viele Feedbacks
erfolgen gar nicht über Bewertungen bei Onlinehändlern, sondern über Tweets,
Threads, private Nachrichten usw. Das kann ich gar nicht genug schätzen. Auch wenn die Twitterei manchmal in Wahnsinn ausartet.
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