Rund um das Thema Literatur allgemein und Erotik im Besonderen - Florella Sander
Meine Bücher
Sonntag, 5. August 2012
Fertisch
Soeben habe ich nach einem akkordmäßigen Einsatz vier meiner Geschichten zu einer Collection zusammengefasst und bei Amazon hochgeladen. Ich hatte öfter die Idee, etwas wegen der 99cent Books zu unternehmen, weil sie einfach unwirtschaftlich sind. Aus Zeitgründen und mangelnder Motivation habe ich es jedoch immer verschoben.
Deshalb kam mir der Vorschlag eines Mailfreundes und Autors, mehrere Geschichten in einem Buch zusammenzufassen, gerade recht. Manchmal braucht man doch diese 'Anstupser' von außen, um sich zu bewegen.
Inzwischen hat sich KDP Select bei Amazon gut etabliert und steht im Prinzip konkurrenzlos da, wenn man nicht über Verlag veröffentlicht. Die kostenlosen Tage sorgen dafür, dass der Autorenname sich bei den Lesern einprägt, und danach ist jedes Buch automatisch lange in den Charts. Deswegen habe ich auch meine damalige Meinung geändert und werde zukünftig meine Books wieder bei KDP Select anmelden.
Dazu auch noch mal ein paar Vergleiche
Veröffentlichen - Dauer - Werbung
Amazon - 2-3Tage, dann online, kein übles Marketing für SP Autoren, besonders KDP Select
Beam eBooks - sofort online - leider kein großartiges Marketing für Autoren. Ältere Werke rutschen nach hinten und werden vergessen. Schade, weil Autoren von 99cent Büchern hier mehr Umsatz machen als bei Amazon
smashwords - sofort online
smashwords retailer, insbesondere iTunes - Wochen bis Monate - Katastrophe
xinxii - sofort online, aber ohne Wirkung, dort geht nichts
google books - Wochen bis Monate, nur etwas für geduldige Autoren, nur interessant wegen der Google Suche und der Klicks zu den Seiten der Stores. Von daher keine schlechte Eigenwerbung
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Donnerstag, 26. Juli 2012
Mein 'böses' Buch
Auf die Frage, welches meiner
Bücher ich am liebsten mag und welches mir beim Schreiben am meisten Spaß
gemacht hat, werde ich kaum antworten können. Jedes hat mir Spaß gemacht, für
jede Geschichte brannte ich gleich stark.
Aber Rubensfalle ist schon
ein besonderes Buch. Sehr weit habe ich mich (damals) damit vorgewagt, wie ich finde.
Dabei hatte ich aber immer nur im Auge, wie es auf mich wirkte. Ich bekam
anfangs trotz der guten Verkäufe kein Feedback. Für keines meiner Bücher. Ich
brauchte schon einiges an Motivation, um den Stift nicht aus der Hand zu legen.
Unter meinen anderen eBooks
fristete Rubensfalle erstmal ein Schattendasein, bis es in die kostenlose
Werbeaktion von Amazon kam.
Dann kamen Feedbacks, und
es fühlt sich schon gut an, wenn Lob für Erotik aus weiblicher Feder überwiegend
von Männern kommt. Meine Zielgruppe -Mann möge mir verzeihen- waren aber zuerst
nur Frauen. Da konnte ich mich gut eindenken und einfühlen. Ich beobachte immer
wieder, dass Frauen zur Erotik gern oder sogar eher übers Lesen den Zugang
finden, während Männer dem Visuellen, Fotos, Filme oder Videos eher den Vorzug
geben. Das ist meine Wahrnehmung, aber kein pauschales Statement.
'Sehr lustvoll und ein
bisschen böse', lautet der Titel einer 5 *****Bewertung bei Amazon. Huch, war
das am Anfang meine Absicht gewesen? Ein 'böses' Buch zu schreiben? Eine böse
Protagonistin zu erschaffen? EinBiest? Ein Luder? Etwas strange
sollte Sybell ja wirklich sein, aber eine Böse? Eine Sadistin gar? So
sah ich sie doch überhaupt nicht. Sie spielte doch bloß ihre Spiele mit Ulla
und Volker. Die eigene Wahrnehmung und die Fremdwahrnehmung decken sich nicht
immer.
Musste ich mir um die verbalen
Ergüsse meiner Fantasie etwa ernsthaft und in Zukunft Sorgen machen?
Böse ist ein Kompliment.
Sybell ist nicht harmlos, und auch nicht nur ein bisschen böse, sondern richtig
ausgekocht. Hinter allem, was sie tut, steckt bewusste Absicht. Sie meint es
nicht gut. Sie trägt sadistische Züge, auch wenn diese eher in den Bereich
psychische Gewalt fallen und wenn sie dabei sogar manchmal liebevoll sein kann.
Sie reizt den Rahmen der Macht über andere wirklich bis zum Letzten aus, ohne
brutal zu sein.
Auch in der Fortsetzung
wird sie nicht lieber, sondern noch experimentierfreudiger.
Wie ist die Geschichte
überhaupt entstanden?
Vor 4 Jahren begann ich
die ersten Zeilen eines Romans und hatte vor, dieses Kapitel in die Handlung
einzubauen. Bis ich feststellte, dass es gar nicht recht zur Handlung passte
und auch viel zu erotisch war. So kam ich auf die Idee, diesen Teil als
eigenständige Kurzgeschichte zu verfassen.
Oft kamen Zweifel und
Fragen: Was bewegt dich, eine solche Story zu schreiben? Welche inneren
Abgründe offenbarst du? Geht Sybell nicht zu weit? Oder gibst du sogar viel zu
viel von dir selbst damit preis? Vielleicht denkt der Leser sogar, du selbst
bist diese gemeine Sybell und hättest alles selbst erlebt, wozu die Ich
Perspektive ohnehin gern verleitet.
Alles Quatsch! Fantasie
ist nun mal die unerschöpfliche Ressource des Autors. Der Krimiautor schildert
auch detailliert manchen Mord und legt nicht nur eine Leiche in den Keller. Es
fließt Blut, es wird gestochen, gequält, verstümmelt.
Auch erotische Fantasien gehören
zur Person des Schriftstellers und sind ein Teil von ihm. Genauso malt auch
mancher Künstler am liebsten Akte und keine Landschaften. Erotik beschäftigt
ihn aus irgendeinem Grund. Wichtig ist nur, dass Autor und Leser Fantasie von
Realität trennen können. Ein Autor/Leser muss diese Fantasien nicht ausleben,
nur weil er darüber schreibt. Ich bin ziemlich tief in meine Fantasie gegangen,
damit eine solche Story an die Oberfläche kommen konnte.
![]() | |||||
| RUBENSFALLE Bei Amazon |
Bei der Erotik muss
differenziert werden. Sadisten und Masoschisten bedingen sich gegenseitig, es
geht um Lustgewinn bei ihren Handlungen, wenn sie denn in ihrer eigenen Welt
ausgetragen werden. Das kann die Beziehung, das kann die BDSM Szene sein.
Seitdem gelingt es mir
auch, diese eher als negative, verurteilte Seite anzunehmen und zu ihr zu
stehen, denn sie existiert in meiner Fantasie und trotzdem absolut nicht in der
Wirklichkeit. Ich darf mir erlauben, sie in schriftlicher Form auszuleben, und
ich darf immer wieder Protagonisten erschaffen, die 'böse' sind. Natürlich ist
das auch ein Stück Selbstbefreiung, genau wie bei anderen Autoren, die ihre
'bösen' Helden zum Leben erwecken.
Rubensfalle gibt es auch als Hörerlebnis. Rubensfalle: gelesen von Rena Larf
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üppige Figur
Mittwoch, 27. Juni 2012
Über die E #ff #ff #ff #ff ektivität des FollowFriday
Klicke einmal 'Neue Nachricht verfassen' an, dann
öffnet sich ein Fenster, schreibe an den Anfang ein #ff
und kopiere so viele Twitterer hinein (@mit
Namen) bis 140 Zeichen voll sind. ªªªª
Wiederhole das, so lange
bis deine gesamte Followerliste abgearbeitet ist und sende den Tweet
mindestens einmal pro Stunde täglich und retweete die Followerempfehlungen deiner Follower und jener Twitterer, die deine Follower werden könnten.
Weil das alle so machen,
kannst du sicher sein, dass du pro Tag mindestens 500 Follower dazubekommst. Vielleicht
auch 1000.
____ Cut ____
Möglicherweise entfolgen
dich aber auch 200 User auf einen Schlag, und du verstehst einfach nicht,
weswegen. Böse Welt. Keiner liebt mich.
Mal im Ernst, warum soll
einem jemand folgen, nur weil da ein #ff steht, dem fünfzehn Namen folgen. Wer
klickt die einzelnen Namen an und weswegen überhaupt? Der Tweet sagt doch
nichts über den Twitterer aus.
Ich möchte doch wissen,
warum ich einem User folgen soll. Hat er was zu sagen? Schreibt er? Malt er?
Hat er Fotos anzubieten? Oder interessante Infos auf seinem Blog? Oder schreibt
er witzige Tweets, die meinen Tag auflockern?
Glaubt wirklich noch irgendjemand,
das solche Tweets Usern nützen?
Im eigenen Netzwerk oder in
Gruppierungen gehen sie einem inzwischen auf die Nerven, weil man die erwähnten Leute
kennt, denen man folgen soll. Man folgt ihnen ja ohnehin schon. Und wahrscheinlich nerven sie die anderen
Twitterer, die folgen, noch viel mehr, wenn sie täglich wie Spam
hinausgeschleudert werden.
Ja, ich bin auf dem besten Weg, mich noch unbeliebter zu machen.
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Donnerstag, 21. Juni 2012
Aus meinem Autorenleben - Ideen, Hintergründe, Recherchen
Woher kommen meine Ideen, woher die Hintergründe für die Geschichten?
Die grob umrissenen Figuren und Themen finde ich sehr oft in allen möglichen Foren (z.B. joyclub), aber auch ganz allgemein in Communitys wie Go feminin, Brigitte, und auch in Psychologieforen usw.
Meistens habe ich aber eine Figur im Kopf, z.B. einen Voyeur, dann nutze ich die Threads von 'echten' Voyeuren, um mich einfühlen zu können.
Ich wundere mich immer wieder, wie offen und detailliert in diesen Communitys die jungen User und Userinnen über das eigene Sexleben plaudern. Die lachen allesamt über 16+ oder 18+ und haben teilweise mehr Erfahrung und kennen sich besser aus, als mancher mit 30 Jahren (vorausgesetzt, das angelegte Profil ist nicht erfunden, das wäre aber bei der Anzahl Kids, die sich da rumtreiben schon fast unmöglich). Sie schauen keine Pornos, ihr Leben ist ein Porno, und ich denke, bei manchen hat Erotik tatsächlich nur diesen Stellenwert. Quantität statt Qualität. Da müsste es manchmal heißen: nicht unter 14.
Die Beiträge aus diesen Quellen sind natürlich literarisches No Go. Dazu sind sie oft in einer fürchterlich vulgären Sprache geschrieben. Dann enthalten sie fast immer alles, was ein guter Autor vermeidet: zu viele Adjektive, zu viele überflüssige Wörter, Superlative en masse und anderes Unerträgliches. Die unsortierten, verbalen Ergüsse müssen erst in eine Story verwandelt werden. Selbst, wenn ich phantasielos wäre, würde mir nie in den Sinn kommen, dort nur einen einzigen Absatz abzuschreiben.
Recherchen:
In meinem Buch Rubensfalle wollte ich unbedingt eine Bondageszene haben. Ich verbrachte ungefähr einen Tag damit, über die Google Suche unzählige Seiten aufzurufen. Unter anderem stieß ich dann auf die tradionellen, japanischen Künste des Fesselns. Eine davon ist Kinbaku. Sie wird nach strengen Regeln, unter verschiedenen Themen und Techniken durchgeführt und unterscheidet sich von Bondage.
Ich finde Recherchen wichtig, denn für self-publishing Autoren lauern die Fehlerteufel sowieso schon überall. Über ein Thema schreiben und keine Grundinformationen haben, kann einem Autor böse angekreidet werden.
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Dienstag, 19. Juni 2012
Aus meinem Autorenleben - Jubiläum
Im August 'feiere' ich ein
kleines Jubiläum, denn vor einem Jahr habe ich das erste erotische eBook
veröffentlicht.
Erkenntnisse daraus werde ich in Häppchen in der Art eines Selbstinterviews weitergeben.
Was waren die größten Schwierigkeiten
am Anfang?
Anfangs war es das Genre Erotik. Für viele ist das
Schmuddelliteratur, Schweinkram, und dementsprechend empfand ich zu Beginn die Werbung
dafür sehr schwierig. Inzwischen nicht mehr, aber dennoch würde ich beispielsweise auch heute immer noch keinen
Tweet mit (s)explizitem Inhalt oder Begriffen wie ficken, Muschi, blasen usw. twittern, um Leser auf meine Bücher aufmerksam zu
machen.
Zum
Glück verkauft sich Erotik oftmals als Selbstläufer, wenn bestimmte
Dinge beachtet werden. Für mich ist das in erster Linie ein
ansprechendes Cover, weil der Leser damit einen ersten Eindruck gewinnt.
Selbst aufgenommene Nacktfotos von Bekannten/Freunden o.a. auf dem Teppich und mit schlechter Beleuchtung
sind absolut tabu. Ebenso verschwommene Bilder. Der Titel kann ruhig
herausfordernd, erregend und erotisch klingen, aber meiner Meinung nach
haben Begriffe wie ficken oder Sperma auch hier nichts zu suchen.
Neue
Autoren sind auch erst einmal gut in einer Autorengruppe aufgehoben.
Dadurch werden sie bekannter, bekommen hilfreiche Tipps und enden nicht
im Haifischbecken bestimmter Foren, wo sie als Beute betrachtet werden.
Oft sind es Indies, die Indieliteratur lesen und auch die 'begehrten' ersten Feedbacks geben.
Danach
kommt man weiter ohne Gruppe. Die Atmosphäre in manchen ist oftmals
aggressiv und wenig einfühlsam, und ursprünglich gute Threads verlieren
sich endlosen Kommentaren, Kommentieren von Kommentaren, in Gelaber, bei dem es darum geht, wer
schneller die Tastatur bedienen kann. Energie dort zu verpulvern, ist
Blödsinn. Die sollte jeder Autor lieber zum Schreiben nutzen.
Es bringt mehr, sich locker zu verbandeln, und das ist bei Twitter eher möglich.
Dort ist ein phantastisches
Indieautorennetz entstanden, dem inzwischen auch viele andere kreative Menschen
oder Nichtautoren angehören. Die Erfahrung, als Erotikautorin angenommen,
respektiert, retweetet und erwähnt zu werden, sehe ich als einen kostbaren Erfolg. Viele Feedbacks
erfolgen gar nicht über Bewertungen bei Onlinehändlern, sondern über Tweets,
Threads, private Nachrichten usw. Das kann ich gar nicht genug schätzen. Auch wenn die Twitterei manchmal in Wahnsinn ausartet.
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Sonntag, 17. Juni 2012
Ein Krimi ohne Mord? Erotik ohne Sex? - seltsame Rezensionen
Seltsame Rezensionen
In ihrer Rezension eines
erotischen Ebook-Romans beschwerte sich eine Leserin, dass sie das Geschriebene
abstoßend und schockierend fände, auch
trotz des schönen Schreibstils.
Und fügte dann noch hinzu,
es sei das letzte Buch in diesem Genre
Sie warf dem Inhalt Unmoral
vor, weil die Protagonistin Erfüllung außerhalb der Ehe suchte. Weitere Vorwürfe waren zuviel Erotik und Gewaltszenen, die scheinbar ohne Einverständnis der 'Opfer'
passierten.
In erster Linie schöpft
wie in jedem anderen Genre ein Autor aus seiner Fantasie. Szenen entstehen, die
so passieren können, es aber nicht müssen. Auch in Krimis sind Szenen oft weit
fort von der Realität entfernt.
Sich über Erotik in einem erotischen Buch zu
beschweren, ist, als würde man sich über einen Mord in einem Krimi beschweren.
Im Genre Krimi geht es sehr gewalttätig zu. Das Blut fließt aus allen Poren, es
werden einem regelrechte Zerstückelungen und sonstige Dinge präsentiert.
Ich lehne selbst diese
frauenverachtenden Werke ab, in denen es vor Vergewaltigungen und Demütigungen der
Frau nur so trieft. Schon in der
Leseprobe geht das los. Aber wer einen Roman oder eine Geschichte liest, die mit BDSM u.a. getaggt ist, weiß, dass
ihn kein Vanilla erwartet. Wer das nicht ertragen kann, muss auf das Buch verzichten
und nicht von krankhaftem Voyeurismus
besessen, versuchen, sich das Buch schönzulesen. Denn es hat auf jeden Fall
seine treue Leserschaft. Es muss einem nicht gefallen, aber das Sexleben vieler
Menschen nährt sich aus der Macht über einen anderen. Ebenso gibt es devote
Menschen, die Gewalt zu ihrer eigenen Befriedigung brauchen.
Es scheint dennoch tatsächlich so,
als würde in diesem Genre die Waage zugunsten der Gewalt gegen Frauen
ausschlagen.
Gewalt als solche
verurteile ich aufs Schärfste, aber sie ist immer noch besser zwischen zwei Buchdeckeln oder in einem entsprechenden
Etablissement, Club oder Studio aufgehoben, als auf der Straße, wenn eine
ahnungslose Anhalterin vom Fahrer gegen ihren Willen in den Kofferraum
geschmissen wird, damit er sich im Folterkeller an ihr vergehen kann.
Im Unterschied dazu wird
in der Szene ausdrücklich das gegenseitige Einverständnis verlangt, und es
werden Stoppzeichen verabredet. Davon lese ich immer wieder.
Aber von Moral in einem
Erotikwerk zu reden, ist nun völlig daneben. Soll ab jetzt jede Ehe für
Erotikautoren unantastbar sein? Der Reiz, die Spannung und die Erregung
entstehen erst oft aus dem verbotenen Tun.
Ich springe hier jetzt
nicht für diese bestimmte Autorin in die Bresche, denn ich kenne bis jetzt
weder sie noch das Werk. Es geht auch nicht um dieses Buch, sondern um die Statements mancher Leser.
Mich ärgert, wenn
ich so etwas immer wieder lese. Jeder Leser sollte annähernd wissen, was mit
Erotik auf ihn zukommt und nicht sofort ein Werk und dann pauschal alle verdammen.
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Samstag, 16. Juni 2012
Tage wie aus dem Bilderbuch
Wenn
auskotzen, dann richtig. Genau das mache ich heute.
An
besagten Tagen würde ich am liebsten sämtliche Accounts überall löschen, den
Stecker aus der Telefondose ziehen, einen Hammer nehmen, Pc und Laptop zertrümmern und alle Vorrichtungen fürs Netz als
Sondermüll entsorgen. Danach in einem tibetanischen Kloster für den Rest meines Leben auf
Erleuchtung warten.
Diese
Welt ist so beschissen!! Aber wie schon Marc Aurel treffend bemerkte:
Es ist
dumm, sich über die Welt zu ärgern.
Es kümmert sie nicht...
Es kümmert sie nicht...
Marc Aurel
eig. Marcus Aurelius Antonius
röm. Kaiser (161-180) u. Philosoph,
121 - 180
und
wie Recht er hatte.
Sobald
ich bei meine 100% Einsatz bei Twitter und FB zeige, arbeitet das Universum
gegen mich.
Die
Retweeterei bei Twitter artet langsam in totalen Wahnsinn aus. Für RT's
bedanken, von anderen RT's weiterleiten, die sich nur bedankt haben oder anderen
jeden Morgen einen Morgengruß schicken *hä?*
Da
gibt es den #ff , der eigentlich für Freitag gedacht ist, aber inzwischen auch
an jedem Tag getwittert wird. Den#ww,
den #SampleSunday und und und.
Fühlt
sich wer vergessen? Wurde jemand nicht erwähnt? Warum retweetet XY einen
plötzlich nicht mehr? Warum retweetet A eigentlich B zehnmal am Tag aber B dafür
A einmal im Monat? Wie blöd ist A? A möchte natürlich, dass B sein eBook liest,
aber der hat das sicher nicht vor, weil er nämlich schon an der Spitze steht
und denkt, dass er ohnehin besser und genialer schreiben kann.:).
Was
da inzwischen täglich auf der TL auftaucht, lässt mich manchmal aufstöhnen. Aber
nicht vor Lust.
Muss
ich denn wirklich Tag für Tag Steine den Berg hochrollen? Verkaufe ich deswegen nur ein Buch mehr? Nein, im Gegenteil, das ist mir daran ja so suspekt.
Und
Follower will ich nicht deswegen, weil da irgendwann mal die 100 000 strahlen
soll, sondern weil ich Bücher verkaufen will.
Ich
brauche keine, die sowieso nie retweeten und mit mir nur die Zahl ihrer
Follower erhöhen wollen. Brasilianische Kiddies und kyrillische Tweets nutzen
mir auch nichts. Potenzielle Leser meiner Bücher sind das mit Sicherheit nicht.
Selbst, wenn sie mir noch mal 500 neue Follower bescheren, auf die Zahl meiner
Verkäufe haben sie keinen Einfluss.
Es
ist ein Irrglaube des Künstlers, zu glauben, dass einem Twitterer mit
traumhaften Zahlen auch zu traumhaften Verkaufszahlen verhelfen.
Der
Sunnyboy aus Brasilien mit seinen 10 000 Followern verfolgt mich nicht, weil er
meine Bücher liest und empfiehlt, sondern weil er 100 000 Follower haben und
einen Weltrekord aufstellen möchte. Doch darauf muss man erstmal kommen.
Dummerweise
denkt man zuerst, dass es in Brasilien auch ein paar deutschsprachige Leser
gibt.
Das
2.Riesen Sozialnetzwerk Facebook ist auch nicht besser.
Ich
sehe schon davon ab, mich in Kommentaren zu äußern. Manchmal kann ich es
allerdings nicht lassen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, zuviel
preiszugeben. Jeder kann sich ein Bild über meine Persönlichkeit
zusammenstricken, wenn er will. Die aber gar nicht meine Persönlichkeit ist.
Leider
haut man da auch schnell mal auf die Tastatur, gerade wenn Threads so
interessant sind. Dabei passieren Rechtschreibfehler, spontane Äußerungen, die
missgedeutet werden können. Es kommt auch zum 'Herumalbern', zu Rückfällen in
regressive Phasen, aber ob das immer für die Öffentlichkeit geeignet ist, bleibt
dahingestellt.
In
den Gruppen (bis auf eine, in der ich noch bin, und wo es *staun* immer noch
friedlich zugeht) ist eine 'Pack schlägt sich Pack verträgt sich' Mentalität zu
beobachten, die mich vor Lachen schreien lässt.
Da
verstehen sich plötzlich wieder Leute, die sich gehasst haben.
Im
Grunde gönnt aber keinem dem anderen die Butter aufs Brot.
Immer
die gleichen Themen werden durchgehechelt: Man schimpft auf KDP Select, man
schimpft auf Gefälligkeitsrezensionen, auf gefakte Likes und fragt sich, ob man Werke, die
schlecht laufen, vielleicht in Printform bringen soll?????
Seid
froh, wenn euch Indies rezensieren und nicht die andere Meute Leser, die z.B.
in den Foren von Amazon usw. ihr Unwesen treibt. Die sind nicht nur ehrlich,
sondern gehässig, beleidigend, aber leider oft kompetent. So lange es nicht
übertrieben wird und nicht ständig diese inkompetenten 1-2 Sätze-Rezis da
stehen, sind doch Rezis von Indies okay. Warum sollen sich Indies nicht
gegenseitig lesen und dann bewerten? Viel Text beweist doch auch, dass sich der
Rezensent Gedanken gemacht hat.
Sehr
auffällig und zum Lachen ist dabei, dass sich die Leute, die sich in FB Gruppen
so gegen diese Rezis aussprechen, selbst die Übelsten haben, besonders im Genre
Erotik. Auch Rezensieren ist ein Handwerk, genau wie Schreiben. 1-2 Sätze
Lobhudelei in sehr grenzwertiger Grammatik. Nichts zum Schreibstil, nichts zum
Text, aber ein Hinweis, dass der Prickelpegel gesteigert hat (!!!) Hinweise zur
mangelhaften Rechtschreibung des Autors, aber in 2 Sätzen 4 Fehler.
Diese
Autoren haben auch keine Bedenken, bei mehreren schlechten Rezis ihre alten
Werke stillzulegen und einfach ein neues eBook hochzuladen.
Wer
mich jetzt nicht mehr mag, hat leider Pech. Ich muss auch nicht bei jedem
beliebt sein. Es gab Zeiten, da war mir das wichtig.
Ich
habe mich wenigstens ausgekotzt.
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