Meine Bücher

Samstag, 16. Juni 2012

Tage wie aus dem Bilderbuch



Wenn auskotzen, dann richtig. Genau das mache ich heute.
An besagten Tagen würde ich am liebsten sämtliche Accounts überall löschen, den Stecker aus der Telefondose ziehen, einen Hammer nehmen, Pc und Laptop zertrümmern und alle Vorrichtungen fürs Netz als Sondermüll entsorgen. Danach in einem tibetanischen Kloster für den Rest meines Leben auf Erleuchtung warten.

Diese Welt ist so beschissen!! Aber wie schon Marc Aurel treffend bemerkte:
Es ist dumm, sich über die Welt zu ärgern.
Es kümmert sie nicht...
Marc Aurel
eig. Marcus Aurelius Antonius
röm. Kaiser (161-180) u. Philosoph, 121 - 180
und wie Recht er  hatte.  

Sobald ich bei meine 100% Einsatz bei Twitter und FB zeige, arbeitet das Universum gegen mich.

Die Retweeterei bei Twitter artet langsam in totalen Wahnsinn aus. Für RT's bedanken, von anderen RT's weiterleiten, die sich nur bedankt haben oder anderen jeden Morgen einen Morgengruß schicken *hä?*
Da gibt es den #ff , der eigentlich für Freitag gedacht ist, aber inzwischen auch an jedem Tag getwittert wird. Den#ww, den #SampleSunday und und und.
Fühlt sich wer vergessen? Wurde jemand nicht erwähnt? Warum retweetet XY einen plötzlich nicht mehr? Warum retweetet A eigentlich B zehnmal am Tag aber B dafür A einmal im Monat? Wie blöd ist A? A möchte natürlich, dass B sein eBook liest, aber der hat das sicher nicht vor, weil er nämlich schon an der Spitze steht und denkt, dass er ohnehin besser und genialer schreiben kann.:).
Was da inzwischen täglich auf der TL auftaucht, lässt mich manchmal aufstöhnen. Aber nicht vor Lust.
Muss ich denn wirklich Tag für Tag Steine den Berg hochrollen? Verkaufe ich deswegen nur ein Buch mehr? Nein, im Gegenteil, das ist mir daran ja so suspekt.

Und Follower will ich nicht deswegen, weil da irgendwann mal die 100 000 strahlen soll, sondern weil ich Bücher verkaufen will.
Ich brauche keine, die sowieso nie retweeten und mit mir nur die Zahl ihrer Follower erhöhen wollen. Brasilianische Kiddies und kyrillische Tweets nutzen mir auch nichts. Potenzielle Leser meiner Bücher sind das mit Sicherheit nicht. Selbst, wenn sie mir noch mal 500 neue Follower bescheren, auf die Zahl meiner Verkäufe haben sie keinen Einfluss.
Es ist ein Irrglaube des Künstlers, zu glauben, dass einem Twitterer mit traumhaften Zahlen auch zu traumhaften Verkaufszahlen verhelfen.
Der Sunnyboy aus Brasilien mit seinen 10 000 Followern verfolgt mich nicht, weil er meine Bücher liest und empfiehlt, sondern weil er 100 000 Follower haben und einen Weltrekord aufstellen möchte. Doch darauf muss man erstmal kommen.
Dummerweise denkt man zuerst, dass es in Brasilien auch ein paar deutschsprachige Leser gibt. 

Das 2.Riesen Sozialnetzwerk Facebook ist auch nicht besser.
Ich sehe schon davon ab, mich in Kommentaren zu äußern. Manchmal kann ich es allerdings nicht lassen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, zuviel preiszugeben. Jeder kann sich ein Bild über meine Persönlichkeit zusammenstricken, wenn er will. Die aber gar nicht meine Persönlichkeit ist.
Leider haut man da auch schnell mal auf die Tastatur, gerade wenn Threads so interessant sind. Dabei passieren Rechtschreibfehler, spontane Äußerungen, die missgedeutet werden können. Es kommt auch zum 'Herumalbern', zu Rückfällen in regressive Phasen, aber ob das immer für die Öffentlichkeit geeignet ist, bleibt dahingestellt.

In den Gruppen (bis auf eine, in der ich noch bin, und wo es *staun* immer noch friedlich zugeht) ist eine 'Pack schlägt sich Pack verträgt sich' Mentalität zu beobachten, die mich vor Lachen schreien lässt.
Da verstehen sich plötzlich wieder Leute, die sich gehasst haben.
Im Grunde gönnt aber keinem dem anderen die Butter aufs Brot.
Immer die gleichen Themen werden durchgehechelt: Man schimpft auf KDP Select, man schimpft auf Gefälligkeitsrezensionen, auf gefakte Likes und fragt sich, ob man Werke, die schlecht laufen, vielleicht in Printform bringen soll?????     

Seid froh, wenn euch Indies rezensieren und nicht die andere Meute Leser, die z.B. in den Foren von Amazon usw. ihr Unwesen treibt. Die sind nicht nur ehrlich, sondern gehässig, beleidigend, aber leider oft kompetent. So lange es nicht übertrieben wird und nicht ständig diese inkompetenten 1-2 Sätze-Rezis da stehen, sind doch Rezis von Indies okay. Warum sollen sich Indies nicht gegenseitig lesen und dann bewerten? Viel Text beweist doch auch, dass sich der Rezensent Gedanken gemacht hat.
Sehr auffällig und zum Lachen ist dabei, dass sich die Leute, die sich in FB Gruppen so gegen diese Rezis aussprechen, selbst die Übelsten haben, besonders im Genre Erotik. Auch Rezensieren ist ein Handwerk, genau wie Schreiben. 1-2 Sätze Lobhudelei in sehr grenzwertiger Grammatik. Nichts zum Schreibstil, nichts zum Text, aber ein Hinweis, dass der Prickelpegel gesteigert hat (!!!) Hinweise zur mangelhaften Rechtschreibung des Autors, aber in 2 Sätzen 4 Fehler.
Diese Autoren haben auch keine Bedenken, bei mehreren schlechten Rezis ihre alten Werke stillzulegen und einfach ein neues eBook hochzuladen.

Wer mich jetzt nicht mehr mag, hat leider Pech. Ich muss auch nicht bei jedem beliebt sein. Es gab Zeiten, da war mir das wichtig.
Ich habe mich wenigstens ausgekotzt.

Kommentare:

  1. Sprach sie ... und hat Recht!
    Genau wie Dir, geht es mir auch des Öfteren. Ich brauche bei Twitter kein ewiges Gegrüße und Erwähnungen, sondern bin ich dort hauptsächlich wegen des Retweetens. Um in der weiten Welt des Internets bekannter zu werden.
    Ich habe mich auch ziemlich zurück gezogen, wie Du wahrscheinlich gemerkt hast. Mir ist das alles zu anstrengend und zeitraubend geworden. Ich habe auch noch anderes zu tun, als jeden Tag irgendwelche Fremden zu grüßen. (Das gilt nicht für die handvoll lieben Leute, die ich im Netz getroffen habe)

    Ach übrigens: Ich mag Dich trotzdem ;o)

    Lieben Gruß von mir zu Dir ... Conny

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  2. Ich freu mich sehr, dass du mich noch magst ;o))
    Ja, mir fiel es auch schon auf, dass du dich etwas rar gemacht hast. Muss man auch. Täglich 1 Stunde RT und so, wenn nicht noch mehr. Inzwischen nervt das auch schon andere Twitterer, die mit einem befreundet sind.
    Wir alle haben inzwischen auch viele Wege der Werbung versucht, aber ich habe noch keinen optimalen gefunden. Leider.
    Liebe Grüße an dich Florella

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  3. Wie wahr...Ich bin ja noch nicht so lange dabei, aber Marketing ist harte Arbeit. Bücher verkaufen sich nicht von alleine und für die meisten Autoren gehört das Twittern zum Job. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man täglich mehrere Stunden lang Selbstdarstellung betreibt weils so viel Spaß macht (Ausnahmen bestätigen die Regel)

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  4. Nee, aus Spaß würde ich nicht mehrere Stunden bei Twitter & FB verbringen. :) lg und Herzlich Willkommen als neue Autorin
    Florella

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